Ich trau’ mich ja gar nicht zu fragen, aber…


… wie kocht man eigentlich Reis ?


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Auch bei Reis gibt es verschiedene Möglichkeiten der Zubereitung:

hier zunächst die geläufigste, das Kochen im Wasser. Das ergibt einen neutralen Reis - nicht zu verwechseln mit geschmacklos - der zu allen Gerichten passt (im Gegensatz zu Zubereitungsarten, bei denen bereits beim Braten oder Kochen des Reis, Gewürze beigefügt werden)

Ich persönlich bevorzuge den Basmatireis, alleine schon wegen seines herrlichen Duftes, aber das kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Cirka 60 g Reis (Trockengewicht) pro Person

Manche waschen den Reis auch vor dem Kochen: sie geben ihn in ein Sieb und lassen solange Wasser durchfliessen, bis das unten austretende Wasser klar wird. Damit entfernt man den durch Lagerung und Transport entstanden Abrieb, ein feines Mehl. Danach klebt der Reis weniger bis gar nicht mehr zusammen; aber ich finde es angenehmer, wenn der Reis ein bisschen klebt, denn dann lässt er sich einfacher essen und einfacher damit Sauce aufsaugen, als wenn er Korn für Korn auseianderbröselt.
Genauso verhält es sich, wenn man den Reis vor dem Kochen 30 Minuten bis eine Stunde im kalten Wasser einweicht. Aber wie gesagt, ich finde es angenehmer, wenn er ein bisschen klebt, also koch ich den Reis so, wie er aus der Tüte kommt.

Zum Kochen des Reis setzt man ca. die 5-fache Menge des Reis an Wasser auf: d.h. für 4 Personen nimmt man 250 g Reis (Trockengewicht), der in 5 x 250 ml = 1,25 Liter Wasser gekocht wird. Viele sagen ja, 1 Teil Reis und 2 Teile Wasser, aufkochen und dann quellen lassen, bis kein Wasser mehr da ist. Aber jeder Reis ist anders und die Fehlerquote ist hier sehr hoch.
Bei der 1 : 5 Methode muss man zwar hinterher das überschüssige Wasser abgiessen, aber es ist eine fehlerfreie Methode und bisher hat sich noch niemand beschwert - aber Reis isst man ja ohnehin nicht pur, sondern immer mit Sauce oder irgendetwas im Reis drin, z.B. Safran oder Trockenfrüchte - siehe Seitenende und dann dominiert ohnehin der Geschmack der Sauce oder Aromen. Also ist es vor allem wichtig, dass der Reis in der Konsistenz stimmt und die richtige Salzmenge abbekommen hat.


Das Wasser wird leicht gesalzen, ca. 7-10 g Salz pro Liter Wasser und wird zum Kochen gebracht
- allerdings nehme ich Meersalz und das ist noch sehr feucht und somit deutlich schwerer als ein trockenes Salz, wie z.B. Steinsalz, also einfach mal probieren: das Wasser sollte leicht gesalzen sein.
Kocht das Wasser, gibt man den Reis hinzu. Nach einer Minute rührt man mit einem Schaber, am besten einer mit gerader Fläche (wie links auf dem Foto) den Reis gründlich um, in dem man am gesamten Topfboden entlang fährt, damit sich dort kein Reis festsetzen kann.






Die Temperatur auf 2/3 Hitze oder sogar auf die Hälfte senken - das Wasser soll noch geradeso "wallen", also nicht wild sprudeln. Deckel drauf.
Nach 10 - 11 Minuten Kochzeit probieren, ob der Reis weich ist und dann in ein Sieb abgiessen.




Ich koche meist immer gleich einen ganzen Beutel (1 kg) auf einmal. Dafür nehme ich 5 Liter Wasser und 3 Schaufeln Salz (= ca. 40-50 g) .
Das ergibt ca. 3 kg fertigen Reis. ( Zum Abgiessen braucht man dann aber natürlich ein grosses Sieb)
Während des Essens lasse ich den nicht benötigten Reis weiter im Sieb, so tropft er restlos ab und kühlt sich ab. Diesen Reis gebe ich dann (jeweils 200 g-weise) in Gefrierbeutel.
Ist der Reis noch wärmer als Zimmertemperatur, lasse ich die Beutel noch eine Weile offen stehen. Ist der Reis dann abgekühlt, verschliesse ich den Beutel - ohne fest zu drücken, gerade so, dass nicht mehr allzu viel Luft im Beutel drin ist.


Jetzt kann man den Reis einfrieren und dann bei Bedarf immer einen Beutel pro Person aus der Gefriertruhe holen.





Den tiefgefrorenen Beutel öffnen (denn der Verschlussnippel  enthält oftmal einen Draht und das mag die Mikrowelle nicht) und den offenen Beutel für 2 Minuten in die Mikrowelle (bei 1000Watt ) geben.
Prüfen, ob der Reis durchgehend aufgetaut ist, ansonsten einfach direkt im Beutel einmal kurz durchmischen (mit der Hand von aussen behutsam durchkneten, ohne dabei den Reis zu zerquetschen) und nochmal für 30 Sekunden in die Mikrowelle.
So hat man immer fertigen Reis griffbereit.



Eine andere Zubereitungsart ist die persische Variante:

(hier für 4 Personen: man nimmt dafür 300 g Basmatireis)
hierbei wird der Reis unter fliessendem Wasser solange gewaschen, bis das Wasser klar ist (um den Abrieb, der durch Lagerung und Transport entstand zu entfernen)

Dann wird der Reis in 1 Liter leicht gesalzenes, kaltes Wasser gegeben, alles zusammen zum Kochen gebracht, sobald das Wasser kocht, lässt man den Reis noch 3 Minuten in dem siedendem Wasser und dann wird er in ein Sieb abgegossen und mit kaltem Wasser abgekühlt.


In dem Topf werden 2 EL Gee-Butter (bzw. Butterschmalz geschmolzen), 40 ml Wasser zugegeben und der Reis darauf kegelförmig angerichtet: d.h. am Rand ist der Reis nur ganz dünn und flach, zur Topfmitte hin steigt er an, wird immer dicker und  bildet eine kegelförmige Spitze.
Man verteilt 2 EL Butter in kleine Stücke zerteilt auf der Oberfläche des Reiskegels, deckt den Topf mit einem Deckel ab (er sollte möglichst gut schliessen, damit der Wasserdampf nicht so leicht austreten kann) und lässt das Ganze 15 - 20 Minuten auf kleinem Feuer ziehen.

Hinterher sollte der Reis gar sein und der untere Teil, welcher direkt in dem Butterschmalz lag, sogar leicht angebraten sein. Die Perser hatten ja noch keine teflonbeschichteten Töpfe und deshalb war dort der Reis sogar braun angebraten, was ihm einen knusprigen Effekt gegeben hatte. Diese "Knusperschicht" mit dem restlichen, weichgegarten Reis vermischt, gibt einen interessanten Effekt.
Allerdings braucht es für diese Variante etwas Übung und Erfahrung. Also am besten erst mal für sich selbst ausprobieren, bevor man Gäste einlädt.

Der so gegarte Reis wird dann noch dementsprechend 'parfümiert'. Sei es, in dem man in warmen Wasser aufgelösten Safran und Berberitzen oder angeröstete Trockenfrüchte untermischt etc.

Ein Beispiel für diese Zubereitungsart ist unser "Reis mit getrockneten Früchten"



Wem diese Zubereitungsart zu kompliziert oder unsicher ist, der kann den Reis auch ganz normal kochen, dann abgiessen und währenddessen die Zutaten wie z.B. die Zwiebeln in einer antihaftbeschichteten Pfanne mit Butterschmalz dünsten, dann alle anderen Zutaten (Früchte, Nüsse, Safran etc) und den Reis dazugeben, alles gut vermengen und dann mit einer flachen Spachtel o.ä. die Oberfläche leicht andrücken und glattstreichen. Deckel drauf und 8 - 10 Minuten bei halber Hitze ziehen lassen.
Danach einen Teller kopfüber auf den Reis legen, den Teller mit einer Hand festhalten und die Pfanne stürzen (=umdrehen) und abheben. So haben Sie den Reis mit einer leichten Kruste auf dem Servierteller. Wenn das nicht so schön klappen soltte, wie hier auf dem Foto, ist das auch kein Drama, dann geben Sie den Reis eben in eine Schüssel. Entscheidend ist hier der Krustenanteil, ob jetzt schön glatt oder zerbröselt ist nur eine optische Geschichte.


Weitere Zubereitungsarten folgen bald...
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Guten Appetit


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