Villa Kerylos

Die Meerschwalbe
und der Frankfurter Grieche

Die in Frankfurt geborenen Brüder Joseph, Salomon und Théodore Reinach (*1860) waren so begabt, dass ihnen ihre Initialien JST bereits auf ihrem Pariser Elite-Gymnasium den Spitznamen „die Gebrüder Je-Sais-Tout“ (ich-weiß-alles) einbrachte.
Théodore begann nach einem bereits in jungen Jahren erworbenen, doppelten Doktortitel zunächst eine Karriere als Anwalt, um sich nach einer archäologischen Mission in Konstantinopel als Spezialist für griechische Antike zu etablieren.

Nach einer beeindruckenden Karriere in der Welt der Universitäten und der Politik lässt er sich in Beaulieu sur Mer, in der Nachbarschaft der Villa Ephrussi de Rothschild, dem Wohnsitz des Cousins seiner Frau nieder und beginnt Anfang des 20 Jahrhunderts, als Hommage an die griechische Antike mit dem Bau der Villa ‚Kerylos‘ – dem griechischen Ausdruck für Schwalbe des Meeres.
Er betraut den Nizzaer Architekten Emmanuel Pontremoli, ebenfalls begeisterter Archäologe für die griechische Antike mit dem Entwurf und dem Bau.

Reinach nutzte die Villa als Feriendomizil.

Selbst Mitglied des Institut de France, vermacht Reinach dem Institut die Villa mit seinem Tod 1928. Seine Kinder und Enkel nutzen sie noch bis in die Sechziger Jahre, anschliessend wurde sie unter Denkmalschutz gestellt.

Man kann sie heute besichtigen und sich dabei anhand eines digitalen Führers in mehreren Sprachen die Besonderheiten erläutern lassen.