Gas
oder Induktion ?
Gas galt ja lange Zeit als die
klassische Wahl der Profiköche. Elektroplatten sind zu träge
in der Reaktion - wenn man sie abdreht, sind die Platten immer noch
glühend heiss und brauchen sehr lange zum Abkühlen, das Essen
kocht also noch weiter. Bei Gas dreht man runter oder ganz ab und die
Hitze ist sofort reduziert oder aus.
Erst die Einführung des
Induktionsprinzips liess eine ernst zu nehmende Konkurrenz für das
Gas erkennen aber im professionnellen Bereich war es zu Beginn nicht
einsetzbar, da die Generatoren einem Dauerbetrieb nicht gewachsen waren
und die extremen Bedingungen einer Profiküche mit den hohen
Temperaturen und dem vielen Fett die Lebensdauer der Generatoren
drastisch verkürzte. Mittlerweile gibt es auch hier Lösungen,
wie z.B. von der Kochstelle abgekoppelte Generatoren, die ihre Aufgabe
aus sicherer Entfernung zum Gefahrenherd verrichten.
In unseren Videos sehen Sie, dass wir
auf Gas kochen. Das hat aber einen Grund, der nichts mit dem Kochen an
sich zu tun hat: das südfranzösische Bauernhaus, in dem
unsere Videos gedreht werden, ist 230 Jahre alt. Die Stromleitungen
sind zwar nicht aus der gleichen Epoche, aber die Jüngsten sind
sie auch nicht mehr. Wenn wir jetzt zu den vielen kW für die Film-Beleuchtung
auch noch Induktionsplatten mit jeweils 4 oder 5 kW im Turbomodus
zuschalten, dann wird es für einen kurzen Moment noch ein bisschen
heller: nämlich in dem Moment, in dem die Stromleitungen unter der
enormen Last kurz zu glühen beginnen, um sich dann für immer
und ewig aus dieser Welt zu verabschieden. Die Entscheidung für
Gas war also zunächst einmal eine rein technische Angelegenheit.

In der "normalen" Küche
hingegen, in der zwar nicht gedreht aber z.B. fotografiert wird, ist
ein Induktionsfeld installiert. Es ist ein handelsübliches
"Consumer"-Kochfeld, so wie Sie es also im Handel finden und auch
selbst benutzen könnten: ein DeDietrich DTI743 mit einer 16 cm -
Kochzone mit 2200 Watt, einer 23 cm Zone mit 3200 Watt und einem 23 x
41 cm grossen, rechteckigen Kochfeld mit 4600 Watt, bei dem untere und
obere Hälfte einzeln einschaltbar ist oder eben beide zusammen.
Das ist sehr praktisch für Spezialtöpfe wie z.B. ovale
Fischtöpfe
,
sowie beim Anbraten in einem unserer
Schmortöpfe (siehe Foto rechts): selbst der ganz grosse Schmortopf
passt da noch auf die Herdplatte

Gas hat den Nachteil bei der
Reinigung: seine Gitter und Gasdüsen werden beim Kochen
ständig mit Fettspritzern bombardiert und das muss dann jedesmal
mühsam gereinigt werden. In der Profiküche ist das nicht
weiter tragisch, denn da hat man schliesslich die Azubis, welche das
Kochfeld penibel mit Alufolie verkleiden, so dass nur noch die Flamme
rausguckt - und abends, am Ende der Schicht, wird dann einfach die
Alufolie mit den gesammelten Fettspritzern und sonstigen
Verschmutzungen abgezogen und die noch verbleibenden Verunreinigungen
dann, ebenfalls von den Lehrlingen, gründlich abgeschrubbt.
Zuhause hat man aber leider keine solchen, billigen Arbeitskräfte.
Beim Induktionsfeld hat man,
ähnlich dem Ceranfeld eine schöne, glatte Oberfläche,
welche mit einem Wisch ruckzuck sauber ist.
Da beim Induktionskochen zudem auch
nicht das Kochfeld aufgeheizt wird, sondern durch die Magnetströme
das Kochgeschirr, also die Pfanne oder der Topf an sich aufgeheizt
wird, brennen sich Fettspritzer oder übergelaufene Saucen, Milch
u.ä. nicht auf der Oberfläche des Kochfelds ein und sind
somit einfach wegzuwischen.
Die Reaktionszeit des
Induktionsfeldes, also beim Zurückdrehen oder Abschalten der
Herdplatte, ist genausoschnell wie beim Gas.
Nachteil der Induktionstechnik: das
verwendete Kochgeschirr muss magnetisierbar sein. d.h. ein Magnet muss
am Kochtopf oder der Pfanne hängen bleiben. Fällt der
Magnet aber wieder herunter, ist das betreffende Kochgeschirr nicht für
Induktionsherde geeignet. Dies ist logischerweise der Fall bei Keramik- oder
Tongeschirr (z.B. "Römertopf") aber auch bei reinem Aluminium (wie
z.B. Campingkochgeschirr) oder z.B. bei reinen Kupfertöpfen.
Heutzutage sind aber die meisten Kochtöpfe so ausgelegt, dass sie
auf Induktionsherden funktionieren. Alle von uns angebotenen
Kochtöpfe erfüllen beispielsweise diesen Anspruch, selbst die
SITRAM-Töpfe und Pfannen, welche zur optimalen Wärmeleitung
einen Sandwichboden mit Aluminiumkern haben, denn die
Kontaktfläche, mit welcher der Topf auf der Herdplatte steht, ist
aus Edelstahl: dieser Edelstahl wird von den Induktionsströmen
aufgeheizt, die Hitze wird auf den Alukern übertragen und dieser
verteilt die Hitze schnell und gleichmässig im gesamten Kern - Edelstahl alleine wüde die Hitze nicht so gut leiten.
Meist ist bei Kochgeschirr ausdrücklich vermerkt, ob es
Induktionsgeeignet ist oder nicht. Das Symbol für
Induktionsgeeignet sieht so ähnlich aus wie eine Spirale: 
Der zweite Nachteil - der kommt aber
fast nie zum Tragen - ist, dass Induktionsfelder zum einwandfreien
Funktionieren eine Mindest-Stromversorgung von 210 Volt brauchen.
Normalerweise haben wir ja 230 Volt in unserem Hausnetz und demzufolge
ist das eigentlich kein Problem. Aber in speziellen Fall unseres alten
Bauernhauses liegen wir leider Stromversorgungs-technisch gesehen
hinter einem Fussballfeld mit Flutlichtanlage und wenn die ihre Brenner
einschalten und zudem noch im Winter das ganze Viertel seine
Häuser, wie im Süden üblich, mit
Elektroheizkörpern heizt, dann sank die Versorgung schon mal
teilweise deutlich unter 200 Volt, manchmal sogar unter 190 V.
Glücklicherweise ist unser Induktionsfeld von einer guten Marke
und es funktionierte noch, aber die Höchststufe 15 oder gar der
Turbomodus waren dann nicht mehr möglich. Dieses Problem habe ich
mittlerweile gelöst indem ich das E-Werk anrief, die Situation
schilderte und die daraufhin das Verteilerschema in unserem Viertel veränderten und
jetzt haben wir eine konstante Stromversorgung ohne Pannen.
Induktionskochfelder haben meist
Schutzfunktionen eingebaut. So wird z.B. erkannt, wenn nichts mehr auf
der Herdplatte steht und in diesem Fall die Funktion auf Pause gestellt bzw. nach einer gewissen Zeit abgeschaltet . Stellt man jedoch die Pfanne oder den Topf
wieder drauf, nimmt es die gewählte Funktion sofort wieder auf. Es
erkennt auch die Grösse des auf der Platte befindlichen
Kochgeschirrs, da das Induktionsfeld nur auf der benötigten
Oberfläche aktiv ist: d.h. wenn auf einem 23 cm grossen Kochfeld
ein nur 16 cm grosser Topf steht, dann ist das Kochfeld auch nur auf
diesen 16 cm aktiv. Legen Sie beispielsweise einen Suppenlöffel
auf die Kochplatte - der ist ja meist metallisch und würde nun
eigentlich vom Induktionsfeld als Kochgeschirr interpretiert und
aufgeheizt werden - kommt aber die Schutzfunktion der
Mindestgrösse zum Tragen und der Induktionsherd aktiviert sich
nicht. Das ist natürlich praktisch, denn wenn er einen aus
Unachtsamkeit auf das Kochfeld gelegten Suppenlöffel mit aufheizen
würde, würden Sie sich ganz schön die Finger verbrennen,
wenn Sie ihn wieder in die Hand nehmen. Andererseits führt diese
Schutzfunktion natürlich auch dazu, dass z.B. bei einem 10 cm -
Töpfchen , das Sie auf ein 23 cm Kochfeld stellen, das
Induktionsfeld nicht aktiviert wird, weil der Topf zu klein ist und
somit nicht als Kochgeschirr erkannt wird. Bei unserem Kochfeld muss
beim 16cm-Feld die Grundfläche eines Topfes (also nicht der
Durchmesser des Topfes sondern die Fläche, die auf auf der
Herdplatte aufliegt) mindestens 10 cm gross sein, bei den
grösseren Feldern mindestens 12 cm und wenn man das gesamte
rechteckige Feld, also obere und untere Hälfte aktiviert,
mindesten 18 cm. Kleinere Töpfe als mit 10 cm Aufsitzfläche -
das wäre ein Topf mit 12 cm Durchmesser - gibt es meines Wissens
ohnehin nicht, also kann ich mit jeder handelsüblichen
Topfgrösse auf meinem Induktionsherd kochen. Wie das bei
Billig-Kochfeldern geregelt ist, weiss ich nicht; die würde ich
aber ohnehin nicht kaufen.
Diese Geschichte über die
Schutzfunktion dient also hauptsächlich als Information, damit Sie
wissen, warum Ihr Induktionsherd den Dienst verweigert, obwohl der Topf
laut Aufdruck Induktionsgeeignet ist: stellen Sie ihn einfach auf ein
kleineres Kochfeld.